28
Sept
26

General Kartoffelernte

Tja, irgendwie schon bitter;

der Schnitter

steckt seine Arbeitskraft

wieder in die Landwirtschaft,

geht die von sich entfernten

entkernten

Kartoffeln wieder ernten.

22
Sept
26

Ein kleines bisschen Licht!

Mein kleines bisschen Licht!
Es wäre schön, für dich zu leben.
Viel fehlt ja nun nicht,
nur uns aus dem Grab zu heben.
Ein kleines Stück zum Licht,
ein kleines Stück in sich zu fühlen,
ein kleines Stück in sich zu wühlen?
Nein. Sie hätten es im Griff,
dabei sich im Scheißhaus wegzuspülen,
zu sinken nicht in einem Schiff.
Sie hätten sehr viel zu tun,
es wäre wieder Wahlenzeit,
der Fernsehapparat – der schreit:
Erste Hochrechnung und Aussicht!
Wer sie diesmal nicht befreit?
Dem sie die Stimme gaben? Oder eben nicht?
Und alle Deutschen: jetzt geht’s rund!
Ein ahnungsvolles Armgereiße
und der Sprecher und’s Ergebnis, und
der Deutsche: Ach du Scheiße!,
wir sind verloren – aus nem Grund.
Und er sitzt sich hin, hält den Mund.
Wieder dann in gut vier Jahren,
nach denen sie wieder nicht zufrieden waren,
nach denen sie wieder wieder nicht.
bis Wahllokal. Und dann Verzicht.
Er setzt sich in seinen Sessel
und wie in Stalingrad, im Kessel,
wartet er dort auf sein Ende
und hält sich selbst die Hände,
komm doch, für die Wende
ein kleines Stück zum Licht!
Nur uns aus dem Grab zu heben.
Viel fehlt ja nun nicht –
es wäre schön, für dich zu leben!
Mein kleines bisschen Licht!

22
Sept
26

von den unwirklichen (1)

Hier lebtest du, bis eben.
Hier ist dein Leben nicht,
du gehst ins Echte, streben.
Der Monitor, das Licht
wirft nach außen Schatten.
Hier ist es, was uns bricht,
dort, was wir nicht hatten.
Hier stirbt ein letztes Hoffen,
hier herrscht kein Gewissen,
hier bluten Wunden offen,
hier spürst du Vermissen,
hier siehst du Masken fallen,
hier wird sich vollgeschissen,
hier ist allein unter allen,
hier wird hart geschlagen,
hier wird alles, alles schlechter,
hier verschlechtern sich die Lagen,
die dort scheinen einem Echter.

Hier wird der Stoff potenter,
hier wird bereit gestellt,
die kalten Hände trennt er
hier, vom Grund der hält.
Hier handelt er die Nutten,
der schwarze Arm, unerkannt,
hier irgendwo sind Kutten,
hier geht ein Werk an Land.
Hier brennen schwarz Sonnen,
die Flammen an Horizonten.
Diese Ernte hat begonnen,
es zuckt an grauen Fronten,
hier schlägt es an die Türen,
hierher ist’s verschwunden,
das Leben, das wir führen,
wo du nicht eingebunden,
siehst du’s nicht verrecken?
Wo du dich bloß eingefunden,
um dich drinne zu verstecken,

hier bist du nur Sekunden
entfernt von diesem Leid,
was draußen dreht die Runden,
hier genau macht es sich breit.
Hierher willst du kommen
um dich abzulenken.
Hier wird der genommen,
dem wir nicht gedenken,
dort sitzen deine Kinder,
starrend auf Oberflächen,
spürend es nicht minder
werden sie mit einbrechen,
wenn sich all die Lügen
die wir dort verbreiten
dort zum Ganzen fügen,
weil wir uns verleiten,
weil wir uns betrügen,
weil wir es uns bereiten,

bis es echt ist, dieses Ende
und endlich dort im Echten,
ignorierst du hier die Hände
die gegriffen von dem Schlechten
nach unergriffen greifen,
die verlor’n im Rechten
zum Ende hierin reifen –
hier bist du nur ein Stück
entfernt von diesen Qualen,
hier siehst du zu deinem Glück
für dich aber nur Zahlen,
von hier gehst du zurück,
weg von den Digitalen
gehst du ins echte Leben,
das wird bald eins bis nicht mehr
mit dem Unecht einst ergeben
was dort abzuwenden wär‘.

22
Sept
26

Heiler für alle! Heilung für keinen!

Das Wesen der Sozialarbeit?
Das Problem, es ist zu zweit!
Was macht den Heiler aus?
Gesundheit! So geht’s raus,
wo der Klient ist bereit,

nimmt wie Patient die Kälte,
wenn Therapeut Urteil fällte.
Psychologe? In Kühltruhe!
Er wird abtau’n! Nur die Ruhe!
Am Ende bleiben Abgestellte,

und dann noch der Psychiater,
der ist dem Irrsinn sein Vater,
lässt um Hirne Planken ranken,
und hindurch die Kranken wanken
und trockner Seele tiefe Krater

und ja, nur Dank dem Verbund,
oh Volk! Ist die Seele so gesund!

21
Sept
26

Wahrhaftig

Der Mensch will sich ausdrücken.
Er holt sich die Infos rein.
Kopf runter, Arsch hoch, bücken.
Will so aufrichtig sein,

nur Geodreieck, Reißzweck, Blei-
stift, Trockenheit und Flinte
aus dem Mundstück, nicht dabei
ist im Füller seine Tinte –

im Feuer, rot, wie ich’s mache
ist Wahrhaftigkeit ein Fakt,
ist deine Stimme TatSache
bewegt sie sich zu gern im Takt,

ist Stern im schwarz des Traumes,
ist der Morgen, der drin naht.
In Abmessung des Mundraumes
existiert das Sprachformat,

fallen Schrauben aus der Fresse,
hämmerst du es raus und rein,
landet’s endlich in der Presse,
wird’s Altmetall am Ende sein –

lässt du es einfach fliegen,
gibst du dich dem Worte hin,
die Welt im Wahne links liegen,
sie allen! Allen! Mittendrin,

in allen! Allen! Ja, mit Liebe,
musst du deinen Tanz führen,
bebend durch die Lust am Triebe
Universen in der spüren,

an alle! Alle! Für das Leben,
gibst du einfach alles, alles hin,
ist alles, alles deinem Wort gegeben
steckt der Sinn bereits darin.

20
Sept
26

Dein Verstand will sterben (1 – UNSERE Süchte)

Ich weiß, dein Verstand will sterben,
ich kann’s in deinen Augen lesen,
wie dein Verstand im Verderben
verbirgt dir noch sein Wesen,
tief verborgen vor der letzten Stunde,
ging er in dir tief zu Grunde
durch Kindermund, durch Kinderhände,
ist er auf Grund bereit zum Ende,
durch Kinderhand, durch Kindermunde
aus gutem Grund bereit zur Wende,
zum Schluss bereit, für sein Plätzchen,
zum Schluss bereit, sein Schätzchen
dem Leben schließlich hinzugeben,
in ihm steckt das ganze Leben,
unter, unter feinen Zwirn,
hinter, hinter deinen Stirn,
unter, unter dein Gehirn!,

ich weiß, dein Verstand will sterben,
er sieht das Leben untergehen!
Alles, was er ist, verderben!
Will und muss dafür aufstehen!
So machte ich ihm meins zur Gabe,
alles, alles, was ich habe,
mein ganzes, ganzes alles eben,
allen Tod, das ganze Leben
von der Wiege bis ins Grabe,
weil etwas in mir nach ihm schmeckte,
weil Gift durch Tod in mir was weckte,
in meiner, meiner Brust,
an meiner, meiner Lust,
durch keinen, keinen Frust,

merkt‘ ich, mein Verstand will sterben,
seit ich mit dem Tod im Gleichschritt gehe
begann, den See rot zu färben,
merke ich, ich darf verstehen,
darf ich, darf ich durch ihn sehen,
darf ich, darf ich mit ihm gehen,
er brach zuerst unser Schweigen,
dann begann er mir zu zeigen,
dann ließ er mich im Kreise drehen,
bis ich fühlte, was in mir steckt,
was lieber mit uns hier verreckt,
Schwester, Schwester das in mir,
Schwester, Schwester das in dir,
Schwester, Schwester das sind wir,

es ist ein Verstand und der will sterben
und ich zur Not mich für ihn töten
nicht bereit im Verderben,
zwischen Hilfeschrei und Nöten
zu werden und zu flüchten,
er spricht zu euch aus den Süchten
spricht zu dir, an sein Wesen,
du sollst in ihren Augen lesen,
nicht im Hirn die Kälte züchten,
du sollst darin Bereitschaft sehen,
Bereitschaft von hier weg zu gehen,
Bruder, Bruder was in ihm,
Bruder, Bruder was in ihr,
Bruder, Bruder das sind wir,

es ist ein Verstand und der will sterben
und du sollst seine Botschaft hören,
dein Verstand, er will für’s Leben werben,
die Totenruhe in dir stören,
in jedem von euch steckt dies Wesen
in meinen Augen sollst du lesen,
es ist, es ist angerichtet,
wenn ein Tod durch uns verrichtet,
kannst du, kannst du doch genesen,
er schlägt Wellen an die Brandung,
je näher, näher wir der Landung,
härter, härter schlagend,
wilder, wilder wagend,
weiter, weiter tragend,

weiß er genau: ich werd‘ nicht brechen,
weil er vor langer Zeit gesehen,
als er begann mit uns zu sprechen,
wie weit, wie weit wir gehen,
weil wir für dich, ihn, sie, jeden,
sterben würden, sind da Fäden,
während sie ihr Urteil fällen,
sind wir dabei, sie zu stellen,
was ihr auch ausstellt in den Läden,
du wirst sehen! Vorsicht, Stufen!
Du bist hier, weil wir dich rufen,
und du tust, weil wir dich schufen,
jenen, jenen zur Verfügung,
denen, denen vor Vergnügung,
beide Hände sind gebunden,

der Verstand in dir, der will leben,
durch die dunkelste der Dunkelheiten
wird ihm dieser Tod gegeben
der dunkelsten der dunklen Zeiten,
durch die wir unser Werk verrichten,
durch die Riesen in euch Wichten,
länger, länger als der Sänger,
tiefer, tiefer als der Schiefer –
dein Verstand wird nicht verzichten,
ewig schweigen, nein, mitnichten,
der mit dem wir es gestalten,
dessen Hand wir lang schon halten,
er will lachen, er wird lieben –
in mir ist durch ihn getrieben!
Das in dir für ihn geblieben!
Das in uns, es lebt zu lieben,
für das Paradies auf Erden!
Für das Leben! Und sein Werden!
Ohne Liebe! Ohne Not!
Nur durch Treue! in den Tod!
Für das in uns, für den Dichter!
Für das um uns, für die Lichter,
bis alles, alles von mir fällt,
alles, alles einmal hält,
kannst du es glauben, oder nicht.
Dein Wort hat in dir kein Gewicht.
An das, an das Herz!,
durch den, durch den Schmerz!,
geht es, geht es himmelwärts!,
bis sie einmal, einmal ruh’n
ist eines, eines noch zu tun,
zur Zeit, zur Zeit. Die Zeit ist nun!

20
Sept
26

by every promise ever broken

by every angel that stops fallin‘,
every heaven that stops callin‘,
every heart that stops breakin‘,
every nightmare that’s not shakin‘,
every bullet that is flyin‘,
every tear we’re not cryin‘,
every scar we’re not showin‘
within that war, that keeps on goin‘,

by every cold we’re arrangin‘,
every season, we’re not changin‘,
every worth we are tradin‘,
every light, that is fadin‘,
every day made of mournin‘,
every rise that is tornin‘,
every night without mornin‘
within darkness, we are born in,

by every throne we are praisin‘,
every nation they are raisin‘,
every fear we’re not fightin,
every day we keep on ridin‘,
every lesson we are teachin‘,
every sky we’re not reachin‘,
every mind we are schoolin‘
within madness, that is rulin‘,

by every smile we are fakin‘
every mile we’re not brakin‘,
by every child ever token,
every promise ever broken,
by everything wind is blowin‘
everyday that flame keeps growin‘,
by every bed that’s ever burnin‘ –
everyday the tide keeps turnin‘.

20
Sept
26

in this life we lead

what a strange home, we’re oversizin‘
by tryin‘ to fit in,
made by profit-maximizin‘
for arrival, we start movin‘,

what crazy kind of a sense,
with senseless livin‘ the next door,
what crazy kind of a dance
led where sound got lost before,

where one is self-consumin‘
through hunger, havin‘ less,
where painless steel is boomin‘,
we consume consumed just to dress,

what strange kind of game we play,
while together we are playin‘,
we’re united by the bill we pay
divided by the way we’re payin‘,

what strange thing we are all in,
sharin‘ let lose part by part,
where names, forgot for callin‘
makin‘ homeless heart by heart,

where yesterday’s untomorrowed
tomorrow’s unyesterdayed,
we’re souled out, losin‘ borrowed
by holdin‘ on the way we fade,

what a strange fight for survival
in this life we lead,
where we become our own rival
just to make our own blood bleed.

18
Sept
26

ich hasse euch so sehr (7)

Die Beschwerde über Friedrich Merz
kommt mir manchmal vor, wie’n schlechter Scherz,
wenn wir Bäume wären,
zögen wir wohl erste Lehren
nach der Wahl vom Specht,
der liebte Holz laut und schlecht –
Wer hat’s noch lieber?
Na klar, der Biber
und kurz bevor die Eiche fällt,
drauf geschissen und was kost‘ die Welt
aus Liebe zum eignen Land
wählen wir den Flächenbrand
gegen das Getier
das fürcherlich gewütet hier
und hat der sich den ganzen Wald
einmal dann komplett gekrallt?
Nur noch klein und vernünftig, bitte!
Politisch alle Mitte
wähl’n, aus Sorge um sich, fortan Bäume
also Borkenkäferträume.

18
Sept
26

ich hasse euch so sehr (6)

Die Beschwerde über Friedrich Merz
kommt mir manchmal vor, wie’n schlechter Scherz,
bedenke ich der Vollpfosten
muss Menschenleben kosten,
erscheint es mir recht zynisch,
erscheint sie selbst sich hünisch
leistet dauernd stolz sie Widerstand
gegen eigne Tat die eigne Hand –
vielleicht werden Stimmen so eben
die voller Stolz sie abgeben.




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